Zu sehen sind Menschen, die in ihrer huslichen Umgebung mit Blumen oder Pflanzen, die sie selbst ausgesucht haben, vor der Kamera nackt posieren. Balcus vertritt dabei die Vorstellung, dass die Menschen mit ihren Pflanzen, hnlich wie mit Haustieren, oft eine hnlichkeit verbindet. Da die Pflanzen hier eine besondere Rolle spielen, sind die Bildtitel dieser Serie mit ihren und nicht mit den Namen der Personen versehen. Sie sind besondere Attribute, die die Nacktheit der Menschen abschirmen und mildern, indem sie Unschuld und Schnheit der Natur auf die jeweilige Person bertragen und ihr damit auch mehr Selbstvertrauen und Sicherheit in ihrer Nacktheit verleihen.
Im Gegensatz zu der frheren groen Serie Myself, Friends; Lovers and Others, von der bisher in Berlin nur ein Teil gezeigt werden konnte, bringt die jetzige Ausstellung einen neuen fotografischen Ansatz von Sehen, menschlicher Haltung, uerer Wirkung und Innerlichkeit. Dies zusammengenommen belegt einen Stilwechsel im jngsten Schaffen von Balcus. Flowers ist gestellt und sorgfltig komponiert. In der Komposition und teilweise in der Farbigkeit nehmen die Fotografien Bezug auf Aktdarstellungen der klassischen Malerei, beispielsweise eines Edouard Manet. Auch der Fotograf setzt sich mit den Wirkungen des Lichts auf den nackten Krper auseinander und sucht, den sinnlichen Reiz seiner Modelle wiederzugeben.
Nacktheit und Sexualitt, in Verbindung mit den Fragen nach Identitt und Gewalt, waren und sind die Hauptthemen von Arnis Balcus. Die Stilistik seiner frheren Arbeiten, vor allem von Myself, Friends..., resultiert aus seiner Vorliebe fr die Fotografie der Schnappschsse, andererseits beeinflussten Themen und Motive - Ort- und Personenwechsel, also Rastlosigkeit und Lebenshunger - die Wahl jener Fotomethode.
Die jetzige Berliner Ausstellung lsst sich stellvertretend fr das ganze bisherige Werk Balcus in zwei Gruppen einteilen, wobei die frhere Fotografie der Schnappschsse, wie die Bilder der Myself Serie mehr der Verarbeitung jugendlicher Suche und Erfahrungen zuzuordnen sind, Flowers dagegen eine klassische Arbeitsstufe einzuleiten scheinen.
Durch exakte und aufwendige Inszenierung sowie streng komponierte Bildeinstellungen ist den Flowers das Projekt Episodes verwandt, das in der Videoversion die Ausstellung ergnzt. Es ist eine Dia-Show mit extra dafr komponierter Musik. Das gleichnamige Projekt existiert auch in Form von Fotobildserien sowie zwei gedruckten Bcherboxen. Es besteht aus acht filmischen Fotogeschichten, in den der Knstler auf die Bildsprache der b - movies, des Trash - Kinos und der Comics zurckgreift. Die Geschichten der Espisodes basieren auf Handlungsklischees von Sex and Crime, Liebe und Hass, vom Guten und Bsen. Gespielt wird mit entgegengesetzten Stereotypen, indem Charaktere vertauscht und miteinander vermischt sowie konventionelle Handlung unterlaufen werden.
01. November - 23. Dezember 2007. Di Sa 14 - 18 Uhr Erffnung: Donnerstag, 01. November 19 - 21 Uhr
GIEDRE BARTELT GALERIE




irgendwie bekomme ich nur sehr verspätet von solchen ausstellungen mit. schade, hätte es mir gerne angesehen.